Digitale Bildung in der Sonderpädagogik

Digitale Bildung in der Sonderpädagogik

Digitale Bildung – mittlerweile jedem ein Begriff! Täglich gibt es neue Meldungen zur Digitalen Bildung in den Schulen. Hohe Erwartungen, rasante Veränderungen, neue Anforderungen und viele andere Dinge kommen auf uns Lehrkräfte zu. Nicht alle sind davon begeistert, vielen geht es (vielleicht auch zurecht) zu schnell, professionelle Unterstützung von Experten fehlt häufig, die Ausstattung ist mangelhaft und, und, und. Das kann zu Frustration führen, muss aber nicht…

Denn:

Es geht auch anders!

Heute fand die erste Dienstbesprechung der sogenannten DigiBi-Teams statt, d.h. jeweils zwei Sonderpädagogen aus Staffel 1 und 2 der Regionalgruppen Fortbildungsreihe „Digitale Bildung in der Sonderpädagogik“. Ein produktives Treffen mit motivierten Kollegen, die sich auch trotz der teilweise schwierigen Voraussetzungen sehr für die Digitale Bildung an ihren Schulen einsetzen.

Gemeinsam mit Andreas Engl (der übrigens schon mit mir die Zweitqualifikation absolviert hat) sind wir als DigiBi-Team für die Regionalgruppe Oberbayern Nord verantwortlich. In den Dienstbesprechungen, die von Alexander Sali organisiert werden, erhalten wir Input und Materialien zu den neuesten Themen. Diese geben wir dann in Fortbildungen an unsere Regionalgruppe weiter und bilden so Multiplikatoren für die jeweiligen Förderschulen aus. Die heutigen Inhalte waren u.a. der Lehrplan Informatik und verschiedene Tools zum Programmieren.

Außerdem stellen wir eine Referenten-Datenbank zum Thema Digitale Bildung zusammen: Wer Vorschläge hat oder selbst gerne sein Wissen in SchiLfs teilen möchte, darf sich gerne melden.

Was ich vor 18 Jahren bei meinem Mentor Jean-Pol Martin gelernt habe, hat sich heute mal wieder bewahrheitet: Vernetzung ist das A und O!

Digitale Bildung in der Grundschule

Digitale Bildung in der Grundschule

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Diese Woche waren Kolleginnen einer Grundschule zu Besuch an der Schule an der Altmühl und ich durfte eine Fortbildung zur „Digitalen Bildung in der Grundschule“ halten. Vorab: Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, sich auszutauschen und mein Wissen zum Thema weiterzugeben.

Hier ein kurzer Überblick über die Inhalte:

1. Arbeiten mit dem Smartboard

Es gab eine kurze Einführung in die Software Easiteach, mit der wir an unserer Schule arbeiten. Die Handhabung ist recht einfach, zudem bietet das Programm eine Auswahl an integrierten „Mini-Apps“, die jederzeit abgerufen werden können. Die Bilderdatenbank ist etwas spärlich, es lassen sich jedoch mit einem Klick sämtliche Grafiken in die Präsentationen einfügen.

Sehr zu empfehlen ist das Computerprogramm Zabulo. Es lassen sich schnell und einfach Arbeitsblätter und kleine Computerspiele zur Sprachförderung erstellen. Die große Datenbank mit ca. 1700 Bildern zu Begriffen der Kindersprache erleichtert das Zusammenstellen passender Materialien. Ich nutze hauptsächlich die Computerspiel-Werkstatt für Lesetrainings am Smartboard.

2. Einsatz von Tablets im Unterricht

Die interessierten Teilnehmerinnen bekamen die Gelegenheit, unseren Ipad-Koffer zu nutzen und verschiedene Apps auszuprobieren.

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Meine derzeitigen Favoriten sind:

ANTON: Kostenlos, werbefrei, unglaublich gut. Absoluter Favorit! Für fast alle Fächer. Meine Schüler arbeiten teilweise auch schon zuhause damit. Bitte einfach ausprobieren, du wirst begeistert sein!

Fingerzahlen: Bei dieser App müssen die Kinder die passende Anzahl der Finger auf den Bildschirm legen. Es gibt Übungen zu unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Eine motorische und kognitive, aber machbare Herausforderung für unsere Erstklässler.

3. Schriftwesen führen mit OneNote

Seit diesem Schuljahr führe ich mein Schriftwesen digital mit OneNote. kk

Vorteile:

+ Keine Ansammlung von Papier

+ Inhalte jederzeit verfügbar (PC, Ipad, Smartphone)

+ Kombination von handschriftlichen Notizen, Fotos, Scans, Dateien, Texten

+ Schnelle Synchronisation auf all meinen Geräten (derzeit SurfacePro4, Ipad, Samsung Smartphone)

+ Sehr übersichtlich

+ Unendliche Seitenlänge und -breite

+ Einladen weiterer Personen zum Bearbeiten des Notizbuchs

+ Schnelles Einfügen von Emails aus Outlook

Nachteile:

– Thema Datenschutz: Vorher genau informieren, wo das Notizbuch gespeichert wird und welche Inhalte verschlüsselt werden sollen (Wichtig: Server muss in Europa liegen!)

Wer sich genauer über OneNote informieren möchte, dem empfehle ich einen Besuch auf http://onenote-fuer-lehrer.de/

App-Vorstellung

App-Vorstellung

Ab sofort werden in der Schule an der Altmühl in Eichstätt (hoffentlich) jeden Mittwoch in der Pause tolle Apps oder Programme vorgestellt. Den Anfang machte heute unser Schulleiter Roberts Krigers mit der Klassenzimmer-Uhr mit Timer, entwickelt von Thomas Moch. Ein super Tool für unsere Smartboards, das auch von den Kindern selbst leicht bedient werden kann. Besonders gut gefällt mir auch die Anzeige des Datums.

Außerdem stellte unser Rektor Roberts Krigers eine von den Schülern im Fach Werken selbst gebaute Holz-Box für die App Stop-Motion-Studio vor.

Das IPad wird mit der Kamera nach unten auf die Box gelegt, so dass man die Hände frei hat bei der Gestaltung von kleinen Filmen. Eine eingebaute LED-Leiste sorgt für die passende Beleuchtung. Die ersten Kurzfilme wurden schon gedreht!

Wer die Box nachbauen möchte, findet hier eine passende Anleitung (Danke an @ralfkaemmerer für den Link!) :

http://www.parabol.de/parabol/dateien/Material_Trickbox.pdf

Die Ipads sind da!

Die Ipads sind da!

Unser lang ersehnter Ipad-Koffer ist da und war schon ein paar Mal im Einsatz. Gemeinsam mit meinem Kollegen durfte ich verschiedene Apps kaufen und wir bereuen es bisher nicht, uns für die Tablets von Apple entschieden zu haben. Das Angebot von passenden Apps im Bildungsbereich ist einfach unschlagbar.

In der kommenden Woche werden wir die Nutzung des Ipad-Koffers dem Kollegium in einer SchiLf genauer erklären, so dass jeder damit arbeiten kann. Meine Kombiklasse 1/1A ist schon sehr versiert im Umgang mit den Tablets und arbeitet freitags fleißig damit. Besonders beliebt sind die Apps A.N.T.O.N, Puppet Pals und NumberRun.

My Simple Best Thing

My Simple Best Thing

Im Rahmen der Fortbildungsreihe „Digitale Bildung in der Sonderpädagogik“ stelle ich heute „My Simple Best Thing“ vor – meine Unterrichtsidee zum Einsatz digitaler Medien.

Unsere „Schule an der Altmühl“ ist medientechnisch sehr gut ausgestattet. Neben einem Smartboard und einer Dokumentenkamera darf ich in diesem Schuljahr auch das Unterrichten mit dem Ipad inklusive W-Lan in meinem Klassenzimmer testen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, eine möglichst papierfreie Unterrichtsvorbereitung zu wagen und führe mein gesamtes Schriftwesen nun digital über OneNote. Ungewohnt, aber nach etwas Einarbeitung unglaublich praktisch!

Aktuell leite ich eine Kombiklasse 1/1A. Bereits in der ersten Klasse kann durchaus sinnvoll mit modernen Medien gearbeitet werden. Erfahrungsgemäß lernen die jungen Schüler den Umgang mit Smartboard und Ipad sehr schnell oder sind ohnehin schon versiert darin. Da die Mehrheit der Kinder auch im Grundschulalter häufig am Tablet oder Smartphone spielt, Videos ansieht oder sogar schon soziale Medien nutzt, muss in der Schule ein sinnvoller Umgang aufgezeigt und praktiziert werden.

In der ersten Klasse eignet sich dafür insbesondere die Buchstabeneinführung. 

Mit dem Präsentationsprogramm „Easiteach“ lassen sich schnell und recht einfach anschauliche Einstiege und Übungen erstellen, an denen die Schüler interaktiv mitarbeiten sollen.

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Buchstabeneinführung „Dd“: Dino Dodo träumt von verschiedenen Dingen, die mit „D“ beginnen. Die Schüler suchen die Bilder mit der Lupenfunktion und benennen diese.

 

Im folgenden Video ist eine unserer typischen Übungen zur Buchstabeneinführung zu sehen. Die Schüler wählen mit dem digitalen Stift die passende Farbe, um die Groß- und Kleinbuchstaben einzukreisen.

 

 

Eine weitere Übung schult die auditive Wahrnehmung. Der Schüler sucht sich ein Bild aus und ordnet dem Wort die Lautposition des neu erlernten Buchstabens zu.

 

 

Für Übungen zum Erwerb der Schriftsprache bietet sich die App A.N.T.O.N. an. Das Programm ist auf Smartphones, Tablets oder dem PC (über den Browser) kostenlos verfügbar und bietet zahlreiche Inhalte für verschiedene Fächer und Schularten. Meine Schüler haben ihren eigenen Account auf dem Ipad, mit dem sie in der Freiarbeit üben können. Fleißige Kinder werden innerhalb der App mit Münzen belohnt, die sie gegen kindgerechte, kurze Spiele eintauschen können. Im Video sieht man eine Schülerin, die selbstständig mit A.N.T.O.N. schreiben und Silben klatschen übt.

 

 

Selbstverständlich steht das Schreiben und Lesen auf Papier in unserer Klasse an erster Stelle, doch die Arbeit mit Ipad und Smartboard motiviert die Schüler nicht nur ungemein, sondern bietet auch viele Vorteile. Neben der Erweiterung der Medienkompetenz und dem Kennenlernen kindgerechter Lernprogramme, profitieren vor allem Kinder mit motorischen Schwierigkeiten von den digitalen Unterrichtseinheiten. Auf dem Smartboard können die Kinder einen besonders komplizierten Buchstaben so oft üben, wie sie möchten – ohne beim Radieren das Blatt zu zerknittern und weniger schöne Spuren zu hinterlassen. In der A.N.T.O.N.-App werden Buchstaben so nachgespurt, dass ein Abrutschen unmöglich ist – das Ergebnis sieht also immer toll aus.

Wir, meine erste Klasse und ich, möchten diese Möglichkeiten nicht mehr missen.

Die Mischung macht’s! 🙂

 

Software/App:

www.easiteach.com

www.anton.app

Bilder:

Easiteach (Bilderarchiv)

https://www.persen.de/3548-handpuppe-momel.html

Musik:

https://freemusicarchive.org/genre/Instrumental/

Interpret: Scott Holmes   Titel: Positive and Fun